Zukunft der Arbeit

In den Medien kursieren derzeit teils beängstigende Theorien zum Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen – und zwar nicht nur im produzierenden Gewerbe, wo der Einsatz von Robotern längst zum Alltag geworden ist. Zweifelsohne werden künftig vor allem Routineaufgaben von Maschinen übernommen werden und manche Berufe wird es in wenigen Jahren nicht mehr geben. Inzwischen können Künstliche Intelligenzen in Teilen bereits bessere Diagnosen als menschliche Ärzt*innen stellen, da sie weitaus mehr Daten innerhalb kürzester Zeit verarbeiten können. Sogar Musikstücke werden von Künstlichen Intelligenzen komponiert, ebenso wie Bilder gestaltet und Berichte verfasst. Die Ängste vor dem Verlust und Wandel von Berufen gilt es ernst zu nehmen. Demgegenüber haben sich die Arbeitsplätze vieler Menschen, beispielsweise in der Produktion der Autoindustrie, auch entscheidend verbessert. So können gefährliche oder eher unbeliebte Tätigkeiten künftig von Maschinen übernommen werden, sodass Menschen mehr Kapazitäten für sinnstiftende Tätigkeiten haben.

Des Weiteren stellen sich Fragen der Gerechtigkeit in unterschiedlichen Feldern der Wirtschaft und Arbeitswelt auf neue Weise: wie z.B. bei der Verlagerung von Produktionsarbeit in sogenannte Billiglohnländer im Zuge der Globalisierung und damit zusammenhängend unserer Verantwortung für Arbeitsbedingungen in anderen Teilen der Erde. Ein weiteres Beispiel ist die immer weitere Zergliederung von Arbeitsprozessen in eine Vielzahl kleiner Arbeitsaufträge, dem sog. Microtasking und dem damit verbundenen Crowdsourcing. Dabei werden diese kleinen Teilaufgaben nach dem Leistungsprinzip via Internet an eine große Masse verfügbarer Arbeitskräfte verteilt. Bei diesen Entwicklungen muss man auch neu nach Arbeitsrecht und insbesondere Arbeitsschutz fragen. Wächst damit z.B. ein neues sogenanntes Klick-Proletariat heran? Wie kann man hier Ausbeutung durch flankierende gesetzliche Regelungen verhindern und kann man das überhaupt? Welche Auswirkungen wird das auf unsere Sozialsysteme haben, wenn in einer digitalisierten Arbeitswelt künftig viel mehr Menschen selbstständig arbeiten und nur noch wenige abhängig beschäftigt sind? Was bedeutet diese Entwicklung außerdem für die Teilhabe der gesamten Bevölkerung und die gesellschaftliche Inklusion – auch im Arbeitsleben? Werden wir in einer solidarischen Gesellschaft leben und wie soll diese aussehen?

Oder im Blick auf unseren Arbeitsalltag: Welchen Einfluss nimmt die ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit digitaler Technologien im Hosentaschenformat, also das Smartphone, auf die Work-Life-Balance oder auf gesetzliche Regelungen zum Arbeitsschutz? Bei allen Vorteilen, die die Vernetzung digitaler Technologien uns auf den ersten Blick ohne Frage bringt, müssen wir auf den zweiten Blick doch auch immer wieder danach fragen, was das mit uns macht. Wann kann ich als Mensch auch mal bewusst offline gehen? Ist es auf Dauer gesund, wenn Arbeit und Freizeit zunehmend miteinander verwoben sind und zeitlich ineinanderfließen? Erleichtert das Homeoffice tatsächlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder steigt dadurch die Mehrfachbelastung arbeitender Eltern?

Keine halben Sachen mehr!

Pressemitteilung des Evangelischen Verbandes Kirche Wirtschaft Arbeitswelt

„Solidarität ist Zukunft“ ist das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum diesjährigen 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Der Tag der Arbeit steht auch 2021 im ...

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China – Partner oder Konkurrent?

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